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Geschichte und Erinnerung – Erinnern, verarbeiten und nach vorne schauen

Ein Projekt von Cornelia Reichel

Gastinstitution: Ministerium für Kunst und Kulturpolitik Gebiet Uljanowsk, Uljanowsk

2015, Uljanowsk (Russland)

Was macht die Vergangenheit mit uns, wie prägen uns erzählte oder auch nicht erzählte Familiengeschichten? Der Workshop „Wie wir wurden wer wir sind“ setzte sich mit ganz persönlichen Uljanowsker Geschichten auseinander. Die Journalistin und Schriftstellerin Merle Hilbk und der Fotograf und Grafikdesigner Eugen Litwinow legten vor allem Wert darauf, dass die Teilnehmer über kreative Formate die eigenen Wurzeln ergründeten und sich selbst über die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte besser kennen lernten. Gleichzeitig ist die Erforschung der eigenen Geschichte immer auch eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Wie beeinflussen Geschichte und Erinnerungskultur gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen und wie wirken sich unterschiedliche Wahrnehmungen auf den internationalen Dialog aus? Mit diesen Fragen befasste sich das russisch-polnisch-deutsche Projekt „Erinnerung des Wandels“. Schwerpunkt der Auseinandersetzung bildeten die Transformationsprozesse der 80er und 90er Jahre sowie die Erinnerung an sie mit dem Ziel, ein Bewusstsein für die Spezifika der Prozesse in (Ost-)Deutschland, Polen und Russland zu schaffen und gemeinsam über die Folgen dieser unterschiedlichen Erfahrungen zu reflektieren. Vorgesehen war die Durchführung eines Forums mit Filmen, Diskussionen, einem journalistischen Workshop sowie einer Ausstellung über das Bild Lenins nach der Perestroika. Anders als geplant konnte das Projekt in Uljanowsk trotz der Relevanz des Themas für die gegenseitige Verständigung nicht stattfinden. Die Notwendigkeit eines solchen Austauschs, aber auch die damit zusammenhängenden Herausforderungen wurden dadurch umso deutlicher. Einige Veranstaltungen konnten in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern in Moskau realisiert werden. Das Projekt wird zudem in Deutschland und Polen fortgesetzt.

Fotos: Maria Tschurbanowa