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Odliv Scene - The Drain of the Scene

Ein Projekt von Ksenija Cockova, Ida Farkas und Hannah Marquardt

Gastinstitutionen: Per.Art

Juni 2012, Galerija Matice srpske, Novi Sad (Serbien) und MKC, Skopje (Mazedonien)

Das Projekt, entwickelt mit Saša Asentć und Per.Art, und durchgeführt in Kooperation mit Lokomotiva Skopje, dem Goethe-Institut Belgrad und dem Verbindungsbüro Skopje, behandelte den Einfluss von Mobilität und "Brain Drain" auf die serbische und mazedonische unabhängige Performing Arts Szene.

Mobilität als Imperativ? Grenzüberschreitende Mobilität wird als Voraussetzung für zeitgenössische künstlerische Praxis verstanden. Hinter diesem Modebegriff verbergen sich sehr unterschiedliche Formen und Bedingungen von Bewegung - beeinflusst durch disparate lokale und internationale Kulturpolitik, Infra- und Machtstrukturen des globalen Marktes.

Mobilität kann erzwungen oder gewollt sein, Brücken bauen und abbrechen - die idealisierte Form der freien Bewegung im europäischen Kulturraum ist für Akteure aus dem Westbalkan nur bedingt Realität. Die Abwanderung der serbischen unabhängigen Performing Arts Szene war der Ausgangspunkt für dieses regionale Projekt zwischen Novi Sad und Skopje. Während serbische Akteure der Performing Arts Szene sich durch unzumutbare lokale Produktionsbedingungen gezwungen sehen, Serbien zu verlassen, ihre Arbeit fast ausschließlich in Westeuropa entsteht, gezeigt und anerkannt wird, und somit die einstige Szene wegbricht, verstehen Akteure der mazedonischen Szene das Nomadendasein als Normalzustand, und haben in den letzten Jahren eine kleine, stabile lokale Infrastruktur aufgebaut. Auf zwei internationalen Symposien in Novi Sad und Skopje stellten Akteure ihre Arbeit vor und diskutierten über Produktionsbedingungen, lokale Kulturpolitik und globalisierte Markt- und Machthierarchien.

Die Symposien boten den ersten Ausgangspunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema und hatten als Ziel, Kooperationen anzuregen zwischen ausgewanderten und in Serbien bzw. Mazedonien arbeitenden Künstlern, einen konstanten Austausch zu fördern und langfristige, stabile Kanäle einer Mobilität, die keine Einbahnstraße bedeutet, zu schaffen.

Einige Künstlerinnen stellten ihre Arbeit zum ersten Mal in Serbien vor, und diskutierten mit Fachleuten, Kritikern, Journalisten, Studenten, Aktivisten, Kulturmanagern und Vertretern von Kulturinstitutionen und NGOs über Lösungsansätze.

Partner und Förderer: Lokomotiva Skopje, Goethe-Institut Belgrad, Goethe-Institut Verbindungsbüro Skopje, Robert Bosch Stiftung